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Das Elbsandsteingebirge

Vor ein paar Wochen war ich in Wochenende lang in Dresden. Der Plan war es, Samstag und Sonntag im Elbsandsteingebirge, auch sächsische Schweiz genannt, zu wandern und dort in einer ausgeschriebenen Boofe zu übernachten. Leider machten uns die heftigen Sturmböen einen Strich durch die Rechnung, so dass wir nur Samstag eine Tagestour machen konnten. Doch auch das hat sich schon gelohnt!

Geologie

Die Sächsische Schweiz ist von bizarren Sandsteinformationen und Felsgebilden geprägt. Doch wie genau entstanden diese Formen und Türme eigentlich?
„Die charakteristische Form der oft bizarren Sandsteinlandschaft ist eine Folge der Erosion, deren Grundlage durch Sedimentation und Vulkanismus entstand. Die Zuflüsse eines kreidezeitlichen Meeres lagerten über große Zeiträume hinweg Sand ab, welcher unter verschiedenem Druck zu einer Platte sedimentierte. Durch ton-, mineralien- und fossilienhaltige Schichten bedingt, entstanden unterschiedliche Strukturen, Farben bzw. wasserdurchlässige Schichten. Nachdem das Meer abgeflossen war, entwickelte sich aus einem der ehemaligen Zuflüsse die heutige Elbe.

Bei Bewegungsvorgängen in der Erdkruste schob sich Granitgestein von Norden über die ca. 600 Meter mächtige Sandsteinplatte und drückte diese nach unten bis diese brach (sog. Lausitzer Verwerfung). Dieser Nordrand des Sandsteinvorkommens liegt ungefähr auf der Linie Hinterhermsdorf – Hohnstein – Pillnitz. Vom zwischenzeitlichen Vulkanismus (Tertiär) zeugen heute die Basaltkuppen vom Cottaer Spitzberg (391 m ü. NN.), Großem Zschirnstein (561 m ü  NN.) und Großen Winterberg (556 m ü. NN.).

Am Südwestrand wurde die Sandsteinplatte durch den Erzgebirgsabbruch um über 200 Meter angehoben (sog. Karsdorfer Verwerfung), wodurch die Platte noch stärker kippte und das Gefälle des Elbestroms verstärkte. Die Wassermassen gruben mit ihrem Flußbett Täler in das Gestein und legten dabei die Felswände frei. Mit der Zeit erlahmte das Gefälle und das Flußbett des Elbestroms verbreiterte sich und wechselte immer wieder, auch durch eiszeitliche Gletscherablagerungen bedingt, seinen Verlauf. Seine charakteristische Quader-Form verdankt der Sandstein der horizontalen Schichtung und der vertikalen Zerklüftung durch die Verwitterung.“ *

Das Elbsandsteingebirge ist für jeden etwas!

Da wir jetzt wissen, dass die Formationen nicht durch Hammer und Meißel entstanden sind, kläre ich jetzt die Frage, warum sich die Sächsische Schweiz perfekt für einen Urlaub eignet.
Egal ob ausgedehnte Mehrtagestouren oder einfache kleine Wanderungen, ob schwierige Kletterstiege oder einfache Spaziergänge für Jung und Alt – alles ist möglich. Am Samstag bin ich mit meiner Gruppe von Schmilka aus gestartet und war ca. 7 Stunden lang 15 Kilometer unterwegs. Dabei hatten wir nicht nur Passagen, an denen wir schön entspannt bummeln konnten, sondern auch welche, an denen wir schon die Hände mit einsetzen mussten und an denen wir bei einem falschen Schritt auch schnell mal 50 Meter in die Tiefe hätten stürzen können. Einen schönen Ausblick hatten wir fast überall!

Schmilka bei Nacht vom anderen Elbufer.

Ich kann Euch das Elbsandsteingebirge also sehr ans Herz legen. Egal ob Wochenendtour oder Wochentour – es lohnt sich immer, denn solch eine beeindruckende Landschaft sieht man selten! Außerdem kann ich Euch die kleine Brauerei in Schmilka sehr empfehlen – dort gibt es wirklich fantastische Erfrischungsgetränke, wenn man erschöpft von der Wanderung zurück kehrt. 😉

Ich hoffe, dass Euch dieser Artikel gefallen hat. Endlich mal wieder ein Wandervorschlag! Meinen letzten Tourbericht findet Ihr hier.

Euer Flo

*Quelle: http://www.tourismusverein-elbsandsteingebirge.de/home-tourismus-saechsisch-geologie.html, aufgerufen am 13.11.2017

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